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Was tun gegen DDoS-Angrif­fe?

Wie wer­den Krie­ge im 21. Jahr­hun­dert aus­se­hen? Einen Vor­ge­schmack dar­auf hat die Welt in jüngs­ter Zeit immer wie­der beob­ach­tet. Wenn ein mys­te­riö­ses Com­pu­ter­vi­rus Zen­tri­fu­gen im Iran lahm­legt oder plötz­lich Tro­ja­ner Daten von Com­pu­tern der Regie­rung absau­gen, fällt häu­fig der Begriff “Cyber-Krieg”. Tat­säch­lich kann ein Hacker mit schlech­ten Absich­ten von sei­ner Tas­ta­tur aus immense Schä­den ver­ur­sa­chen.

Von digi­ta­len Angrif­fen sind längst nicht nur Regie­run­gen betrof­fen. Auch Unter­neh­men sind schnell zur Ziel­schei­be erklärt. Dabei müs­sen sich Angrei­fer nicht ein­mal mit den tie­fen tech­ni­schen Aspek­ten der Pro­gram­mie­rung aus­ein­an­der­set­zen. Ein Ziel im Inter­net unter Beschuss zu neh­men ist viel ein­fa­cher  als ein Virus oder einen Tro­ja­ner zu schrei­ben. Viel ein­fa­cher geht es mit einem soge­nann­ten DDoS-Angriff.

Wie läuft ein DDoS-Angriff ab?

Stel­len Sie sich vor, Sie rufen eines Mor­gens die Web­site Ihres Unter­neh­mens auf und sehen statt­des­sen eine Feh­ler­mel­dung. Sei­te nicht gefun­den. Zeit­über­schrei­tung. Ser­ver nicht erreich­bar. Ihre Visi­ten­kar­te im Inter­net – abge­raucht und unter­drückt. Was ist pas­siert?

Mög­li­cher­wei­se sind Sie Opfer eines DDoS-Angriffs gewor­den, dem Eng­li­schen Kür­zel für “Dis­tri­bu­ted Deni­al of Ser­vice”. Das Prin­zip dahin­ter ist sim­pel: Der Angrei­fer schickt eine Flut von Daten­pa­ke­ten an den Ser­ver, bis die­ser der Last nicht mehr stand­hal­ten kann und das Hand­tuch wirft. Kon­kret bedeu­tet es ein­fach, dass der Ser­ver abstürzt. Die auf ihm lie­gen­de Web­site ist dann natür­lich off­line. Neben dem Repu­ta­ti­ons­ver­lust kann eine Atta­cke die­ser Art den Betriebs­all­tag emp­find­lich stö­ren. Nicht sel­ten ver­su­chen die Hin­ter­män­ner ihr Opfer dann auch noch zu erpres­sen.

Natür­lich braucht es für einen Angriff die­ser Art mehr als nur einen Com­pu­ter. Die Über­flu­tung mit Daten ent­wi­ckelt ihr zer­stö­re­ri­sches Poten­zi­al erst dann, wenn mög­lichst vie­le Gerä­te mit­ma­chen. Manch­mal pas­siert das ganz unbe­ab­sich­tigt. Wenn etwa ein Por­tal wie Hei­se Online oder Der Spie­gel auf eine exter­ne Web­site ver­linkt, wer­den die­se Arti­kel so häu­fig gele­sen und die Links so schnell ange­klickt, dass der Web­ser­ver am ande­ren Ende über­wäl­tigt wird und die wei­ße Fah­ne weht.

So ent­ste­hen Bot­net­ze

Von einem DDoS-Angriff spricht man aller­dings erst dann, wenn die Akti­on gezielt und bewusst mit schlech­ten Absich­ten durch­ge­führt wird. Die Hacker gehen dabei in der Regel in meh­re­ren Schrit­ten vor. Zunächst schrei­ben sie eine Schad­soft­ware, die sich im Inter­net mög­lichst weit ver­brei­ten soll und so unbe­merkt Tau­sen­de bis Mil­lio­nen Com­pu­ter infi­ziert. Das ent­spre­chen­de Virus kann dann die Kon­trol­le über den PC über­neh­men; das infi­zier­te Gerät nennt man auch “Zom­bie”.  Sol­che Soft­ware lauscht meist auf Befeh­le eines zen­tra­len Kom­man­do-Ser­vers und läuft still im Hin­ter­grund, bis ein Signal ankommt. Will der Hacker nun ein Ziel angrei­fen, lässt er den ent­spre­chen­den Befehl an das Virus wei­ter­lei­ten und alle infi­zier­ten Rech­ner schi­cken Daten­pa­ke­te an den Ser­ver des Opfers. Weil die infi­zier­ten Com­pu­ter als höri­ge Robo­ter in einem gro­ßen Netz­werk agie­ren, spricht man hier auch von einem “Bot­net”.

Im Lau­fe der Jah­re gab es eini­ge Fäl­le, in denen Kri­mi­nel­le auf die­se Art Mil­lio­nen von Gerä­ten infi­zie­ren und für ihre Zwe­cke nut­zen konn­ten. Weil die Com­pu­ter welt­weit ver­teilt und in Pri­vat­be­sitz sind, kann der Hacker so für sich fast kos­ten­los Angrif­fe in einem Aus­maß durch­füh­ren, für die er sonst ein gan­zes Rechen­zen­trum bräuch­te. Dabei spielt Zeit für die­se Kri­mi­nel­len eine gro­ße Rol­le, denn falls das Virus ent­deckt wird, arbei­ten Sicher­heits­for­scher fie­ber­haft an einem Gegen­mit­tel und zer­schla­gen das Bot­net.

Eine eher unge­wöhn­li­che Art von DDoS gibt es außer­dem dann, wenn sich vie­le Nut­zer etwa als Pro­test­ak­ti­on zusam­men­fin­den und das Ziel mit Soft­ware für Stress­tets anvi­sie­ren. Atta­cken die­ser Art sind aller­dings schwer zu orga­ni­sie­ren und daher eine Sel­ten­heit.

Schad­soft­ware im Inter­net of Things

Seit ein paar Jah­ren ist die Arbeit gegen Bot­net­ze ungleich schwe­rer gewor­den. Ein wich­ti­ger Grund liegt dar­in, dass heu­te nicht mehr nur Com­pu­ter mit dem Inter­net ver­bun­den sind. Im “Inter­net of Things” (IoT) ist so ziem­lich alles vom Herz­schritt­ma­cher bis zum Toas­ter an das WWW gekop­pelt. Die Soft­ware sol­cher Gerä­te wird oft für die Funk­tio­na­li­tät geschrie­ben. Aspek­te der Sicher­heit ste­hen dann im Hin­ter­grund oder wer­den kom­plett igno­riert.

Wel­che Gefah­ren das birgt, wird am Bei­spiel von Sicher­heits­for­scher Bri­an Krebs deut­lich. Im Jahr 2016 wur­den Krebs und sein Blog “Krebs on Secu­ri­ty” Ziel­schei­be eines DDoS-Angriffs in his­to­ri­schen Aus­ma­ßen. Die Hacker hat­ten über einen lan­gen Zeit­raum Sicher­heits­lü­cken in IoT-Gerä­ten infi­ziert und sich dabei völ­lig bedeckt gehal­ten. So konn­te das Netz­werk im Gehei­men wach­sen und dann wie aus dem Nichts Krebs Web­site aus dem Netz feu­ern. Gegen einen Traf­fic von 665 Giga­bits pro Sekun­de hat auch der stärks­te Ser­ver kei­ne Chan­ce.

Oder hat er?

So kön­nen Sie sich vor DDoS-Angrif­fen schüt­zen

Falls Sie Opfer einer DDoS-Atta­cke sind oder waren, soll­ten Sie in jedem Fall Ihren Hos­ting-Ser­vice dar­auf anspre­chen. Die­ser kann direkt fest­stel­len, ob es sich bei dem Pro­blem Ihrer Sei­te ein­deu­tig um DDoS han­delt. Anschlie­ßend kann er ent­spre­chen­de Maß­nah­men an die jewei­li­ge Situa­ti­on anpas­sen und bei­spiels­wei­se den Daten­ver­kehr aus bestimm­ten Län­dern oder Regio­nen blo­ckie­ren. Alter­na­tiv dazu blo­ckiert der Pro­vi­der bestimm­te IPs oder grei­fen auf soge­nann­tes “Black­ho­ling” zurück. Dabei wird ein­ge­hen­der Traf­fic auf eine nicht genutz­te IP umge­lei­tet und ver­schwin­det damit qua­si in einem “schwar­zen Loch”, ohne das Netz­werk zu belas­ten. Black­ho­ling ist effi­zi­ent, bringt Ihnen aber letzt­end­lich wenig, denn neben dem DDoS-Daten­s­pam lan­den auch legi­ti­me Besu­cher Ihrer Sei­te im Nichts.

Die Schutz­maß­nah­men unter­schei­den sich oft von Pro­vi­der zu Pro­vi­der. Teil­wei­se liegt das ein­fach dar­an, dass gro­ße Pro­vi­der über eine ent­spre­chend robus­te Infra­struk­tur und mehr Per­so­nal ver­fü­gen als klei­ne und ins­be­son­de­re güns­ti­ge Hos­ting-Dienst­leis­ter. Egal ob güns­tig oder Pre­mi­um – Sie müs­sen sich bei Ihrem Schutz nicht allein auf Ihren Pro­vi­der ver­las­sen. Weil die Anzahl an DDoS-Angrif­fen seit Jah­ren ste­tig ansteigt hat sich eine gan­ze Bran­che um deren Abwehr gebil­det. Kon­kret gemeint sind hier soge­nann­te Con­tent Deli­very Net­works, kurz CDN.

Was ist ein Con­tent Deli­very Net­work?

Das ursprüng­li­che Kon­zept von CDN ist, dass sie Inhal­te auf ein gro­ßes Netz von Ser­vern ver­tei­len. Die­se sind regio­nal oder gar inter­na­tio­nal ver­teilt und kön­nen damit welt­weit Inhal­te sehr schnell aus­lie­fern – auch bei hoher Aus­las­tung. Im Lau­fe der Zeit haben sol­che Anbie­ter erkannt, dass die Las­ten­ver­tei­lung im Netz­werk ein aus­ge­zeich­ne­ter Schutz­schild gegen DDoS-Atta­cken sind. Immer­hin sind die Netz­wer­ke groß­zü­gig ska­liert und je nach Anbie­ter über den gan­zen Glo­bus ver­teilt – um ein sol­ches Netz­werk ernst­haft zu beein­träch­ti­gen, braucht es Daten­men­gen tita­ni­scher Aus­ma­ße. Im Fall eines DDoS-Angriffs grei­fen dann sofort Schutz­maß­nah­men. Bei­spiels­wei­se wird dann vor die Sei­te eine leich­te Rechen­auf­ga­be geschal­tet, die Besu­cher lösen müs­sen. Blin­der Traf­fic aus Bot­net­zen bleibt an die­ser Stel­le ste­cken; die Anfra­gen gehen ins Lee­re. Anbie­ter wie etwa Cloud­fla­re ermög­li­chen dar­über hin­aus den Ein­satz einer Fire­wall und sehr schnel­ler DNS-Ser­ver als zusätz­li­che Boni.

Fazit

Ein per­fekt siche­res Netz ist in der IT lei­der unmög­lich. Trotz­dem soll­ten Sie sich von DDoS-Angrif­fen nicht ein­schüch­tern las­sen und erst recht nicht auf­ge­ben. Als digi­ta­le Waf­fe neh­men sol­che Angrif­fe immer stär­ker zu und wer­den bevor­zugt von Erpres­sern oder Unter­neh­mern genutzt, die sich unlieb­sa­me Kon­kur­renz vom Hals schaf­fen wol­len. Neben einem fähi­gen Pro­vi­der kön­nen Sie sich außer­dem für ein CDN wie Cloud­fla­re, Aka­mai, Cloud­front oder der­glei­chen ent­schei­den.

Möch­ten Sie eine siche­re Web­site für Ihr Unter­neh­men und wis­sen nicht wei­ter? Kon­tak­tie­ren Sie uns! Wir ste­hen Ihnen ger­ne bei allen Fra­gen rund um Web­de­sign, Hos­ting, Social Media und vie­lem mehr zur Sei­te.

Wur­den Sie schon ein­mal Opfer einer DDoS-Atta­cke? Tei­len Sie uns Ihre Erfah­run­gen in den Kom­men­ta­ren mit!

Tags: Blackholing, Botnet, CDN, Cloudflare, Content Delivery Network, Content Delivery Networks, Cyber-Krieg, DDoS, DDoS-Angriff, Firewall, good advice, Hackerangriff, Internet of Things, Provider, Sicherheit, Trojaner, Virus
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