Abzusehen: Das Aus für Google+

Nachruf auf ein ambitioniertes Projekt: Leben Totgesagte länger?

Jetzt ist es also offiziell: Wie Google Anfang des Monats angekündigt hat, wird das soziale Netzwerk Google+ im August 2019 abgeschaltet. Zuletzt hatte die Plattform – neben geringer Nutzerzahlen – mit einer kritischen Sicherheitslücke auf sich aufmerksam gemacht. Von dem Bug, der Hackern Zugriff auf private Nutzerdaten erlauben könnte, sind womöglich mehrere hunderttausend Nutzer betroffen.

Google’s Problem mit sozialen Netzwerken

Das Projekt legt den Verdacht nahe, dass soziale Interaktion schlicht außerhalb von Google’s Kompetenzbereich liegt. Zuvor hatte das Unternehmen schon mit Orkut oder Buzz mehr oder weniger erfolglos versucht, eigene soziale Netzwerke zu starten. Beide Seiten plätscherten dahin und verschwanden schließlich in der Versenkung.

Dabei hatte Google+ vielversprechend angefangen: Mit der Integration von Hangouts in Gmail etwa machten sich enttäuschte Facebook-Nutzer in den frühen Tagen Hoffnung auf eine Alternative. Das Netzwerk sollte für Google einen Erneuerungsprozess einleiten – ein Plan, für den auch einige kleinere Projekte des Unternehmens eingestampft wurden. Dabei hatte Google+ einiges zu bieten: Posts mit einer Textlänge von bis zu 10.000 Zeichen, hohe Fotoqualität, schnelle Kommunikation über Hangouts. Über seine Lebensdauer hat das Netzwerk außerdem eine hoch enthusiastische Gefolgschaft im Technologie-Sektor aufgebaut.

Der Niedergang

Spätestens da wurde auch die Konkurrenz hellhörig und wie von Zauberhand entfiel das Zeichenlimit für Facebook-Posts. Was Google vorgemacht hatte, war bald in sozialen Netzwerken gang und gäbe, bloß dass sie von vorneherein deutlich mehr User hatten. Die erwartete Massenmigration zu G+ blieb aus.

Zuletzt hatte Google+ einer Geistestadt geglichen. Mit einem letzten Post im Jahr 2016 hatte sich selbst Google-CEO Sundar Pichai von G+ ab- und Twitter zugewendet. Gleichzeitig wurden immer mehr Features wie das beliebte Google Photos aus dem Netzwerk herausgelöst und in eigenständige Google-Funktionen umgewandelt – der Todesstoß für den Facebook-Killer.

Lehre für Content Marketing

Das Ende von Google+ ist das Ende einer Ära, für Google und soziale Netzwerke insgesamt. Ein Fazit lässt sich dahingehend ziehen, dass es sich auch im Marketing lohnt, die Fühler in mehr als eine Richtung auszustrecken – wer Google+ bislang als Hauptplattform für Content Marketing genutzt hat muss spätestens jetzt feststellen, dass er auf’s falsche Pferd gesetzt hat. Die skandalträchtige jüngere Geschichte von Facebook zeigt außerdem, dass keine Marktmacht absolut ist. Wenn soziale Netzwerke bröckeln, lohnt sich ein Blick auf die Konkurrenz – der Fall Google+ führt einmal mehr die Risiken von social media im Content Marketing vor Augen.

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