Adwords: Vorsicht, Betrug!

Eine Flatrate auf Google-Adwords? Nicht nur das können Sie genießen, auch ein hohes Ranking in Adwords ist garantiert! So oder so ähnlich klingen die Versprechungen diverser “Unternehmen”, die auch uns hin und wieder ins Postfach flattern. Leider kommen viele solcher Betrüger mit ihrer Masche immer noch durch. Neuerdings stürzen Sie sich dabei gerne auf ein Thema, das vielen Unternehmen im Netz am Herzen liegt: Das Ranking in Google-Ergebnissen. Denn gerade dort kann Angst geschürt werden, man werde von der Konkurrenz abgehängt oder gar mit einem schlechten Ranking bestraft. Der Betrug durch sogenannte Google-Partner wächst dabei zu einem neuen Phänomen aus.

Top-Platzierung per Flatrate

Der Betrug offenbart sich oft schon im Angebot. So wird beispielhaft ein Ranking unter den “Top 3” der angezeigten Adwords-Links beworben. Das ist insofern keine Kunst, als dass ohnehin nur 3 Adwords-Einträge pro Seite angezeigt werden. Perfider ist dagegen das Versprechen einer Flatrate, denn diese läuft dem Adwords-Konzept zuwider. Denn Adwords ist letztendlich ein riesiges Auktionshaus für Schlüsselwörter, auf die Unternehmen bieten können. Mit der Idee einer “Flatrate” ist das unvereinbar. Bei Vertragsabschluss investieren die Abzocker häufig ein paar Euro in Ihre Adwords-Kampagne; auf der Rechnung für Sie werden daraus schnell einige Tausend gemacht.

Die entsprechenden Agenturen und ähnliche zwielichtige Gestalten erschleichen sich oft das Vertrauen ihrer Kunden, indem sie auf ihrer Website mit dem Banner “Google-zertifizierter Partner” angeben. Hinter dem vermeintlichen Gütesiegel versteckt sich ein alter Hut. Google ist bei der “Partnersuche” nämlich nicht sehr wählerisch. Das Banner erhält, wer eine simple Überprüfung seitens Google durchläuft. Weitere Kontrollen gibt es nicht; hinter einem Google-Partner können also Hinz und Kunz stecken. Leider scheint es dem Suchmaschinen-Riesen egal zu sein, was Google-Partner mit seinem Siegel anfangen. Gerade deshalb ist bei “offiziellen Partnern” viel Vorsicht geboten.

Außerdem pochen die Betrüger häufig darauf, dass es sich bei ihnen um namhafte und legitime Unternehmen handelt. Ein Blick auf das Impressum scheint den Eindruck häufig zu bestätigen – allerdings sind diese Adressen in der Regel falsch. Immer wieder werden deshalb auch unbeteiligte Menschen insofern zu Opfern, dass Betrüger im Internet ihre Adresse als angeblichen Firmensitz missbrauchen.

“Kundengewinnung” über Kaltakquise

Neben dem “Angebot” für eine Ranking-Flatrate haben andere Google-Betrüger das Telefon wiederentdeckt. Der Betüger gibt sich dabei am Telefon als Mitarbeiter von Google aus. Er oder sie gibt an, das Unternehmensprofil auf Google würde jetzt Geld kosten. Womöglich wird auch behauptet, Sie hätten bislang einen kostenlosen “Probeaccount” auf Google benutzt. Wer dann einen Fehler macht und die geforderten Kontodaten angibt, wird bald von einer Lastschrift heimgesucht. Solche Verträge können Sie zwar anfechten, ein Streit vor Gericht verschlingt allerdings mindestens viel Energie, von den möglichen Kosten ganz abgesehen.

Desweiteren versuchen Kriminelle ihre Opfer immer wieder mit Versprechen wie einer angeblichen “Testphase”, Exklusivverträgen und Gutscheinen einzulullen. Für den Umgang mit Adwords-Betrügern gilt hier die gleiche Regel wie bei allen anderen Telefon-Abzockern: Niemals überrumpeln oder mit besonders aufdringlichen Angeboten bedrängen lassen.

Wie können Sie sich schützen?

Auf Drohungen oder Einschüchterungsversuche der Abzocker sollten Sie nicht eingehen, denn sie arbeiten ohne Rechtsgrundlage und würden vor Gericht den Kürzeren ziehen. Geben Sie unter keinen Umständen private Daten wie Anschrift oder Bankdaten heraus. Die Betrüger nutzen schamlos die Angst von Unternehmen aus, auf Google ihr Ranking zu verlieren – auf dieses Spiel sollten Sie sich nicht einlassen. Stimmen Sie am Telefon keinem Vertragsabschluß zu und lassen Sie sich auch von Formulierungen wie “es geht um den Vertrag, den Sie mit uns abgeschloßen haben” nicht verunsichern. Google selbst ruft nur selten Vertragspartner an und fragt nicht am Telefon nach Kontodaten. Auch die versprochenen Serviceleistungen wie Adwords-Kampagnen sind bestenfalls stark überteuerte Kampagnen und schlimmstenfalls macht sich ihr “Vertragspartner” mit dem Budget aus dem Staub.

Im Zweifel googlen!

Falls Sie von einem Angebot online trotzdem überzeugt sind, lohnt sich letztendlich immer auch die Google-Suche nach dem Schema “[Firmenname] seriös” oder “[Firmenname] Bewertung”. Auch Stichwörter wie “Erfahrung”, “Abzocke” oder “Betrug” können dann womöglich zutage fördern, mit wem Sie es zu tun haben. Desweiteren können Sie bei Telefonanrufen – vorausgetzt, die Nummer ist nicht unterdrückt – auch nach der Nummer des Anrufers googlen. Mit etwas Glück existieren dazu bereits offizielle Warnungen, denn früher oder später geraten solche Unternehmen auch in den Fokus der Polizei.

Bei schriftlichen Angeboten oder gar Verträgen sollten Sie vor der Unterschrift immer genauestens die allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen und dabei auch auf das Kleingedruckte achten. Wenn Sie – bewusst oder versehentlich – einen Vertrag mit Betrügern abgeschloßen haben, lohnt sich der Gang zu Verbraucherschutzorganisationen und zum Anwalt. Denn eines sollten Sie in keinem Fall tun: sich erpressen lassen.

Wie immer bei unangefragten Angeboten aus dem Internet gilt daher die Grundregel, dass Vertrauen gut ist – Kontrolle ist besser. Gerade beim ersten Anzeichen einer Kaltakquise am Telefon ist die schnellste Lösung, das Gespräch zu beenden.

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