Datenschutz: Google rüstet auf

Es ist ein selbst gemachtes Bett, in dem Google jetzt schlafen muss: Ähnlich wie Facebook befindet sich der Suchmaschinenriese 2018 in einer Spirale von Datenschutzskandalen. Nachdem Google im letzten Quartal des Jahres ein Datenleck angekündigt hatte, von dem bis zu mehrere Hunderttausend Nutzer betroffen sein könnten, setzt das Unternehmen jetzt noch eins drauf. Im Dezember ließ Google durchblicken, dass aus neuen Datenlecks die Informationen von bis zu 52,5 Millionen Nutzern hätten abfliessen können. Der Fehler im Programmcode hätte es Apps erlaubt, auf “privat” gesetzte Informationen auf G+ auszulesen. Zwar wurde der entsprechende Bug in der Google+ API innerhalb von einer Woche behoben und laut dem Unternehmen nicht von Hackern ausgenutzt, aber die Bilanz ist verheerend. Im Ergebnis wird das gescheiterte soziale Netzwerk Google+ jetzt schneller zu Grabe getragen. Statt im August wird die Plattform schon im April abgeschaltet.

Google bemüht sich um Schadensbegrenzung

Inmitten der Negativschlagzeilen geht der Suchmaschinenriese jetzt in die Offensive. Insbesondere der App-Laden Play Store erhält dafür jetzt mehr Aufmerksamkeit. Bislang waren die möglichen Berechtigungen für Apps nämlich eine Art “wilder Westen”, in dem Entwickler für das Android-Betriebssystem weitreichenden Zugriff auf das Smartphone ihrer Nutzer fordern konnten. Warum beispielsweise Apps für die Bearbeitung von Fotos auf die Kontaktliste des Nutzers zugreifen oder Apps zum Musik-Streaming Telefongespräche anfangen dürfen, bleibt den meisten Nutzern ein Rätsel. Oft versteckt sich hinter solchen Forderungen die Datenkrake und saugt Nutzerdaten ab, die dann in diversen Marketing-Datenbanken landen. Nachdem im Januar 2018 eine Erhebung des Unternehmens SafeDK festgestellt hatte, dass 55% aller Apps im Play Store nicht DSGVO-konform sind, will Google jetzt härter durchgreifen.

Änderungen im Play Store

Unter dem Arbeitstitel Project Strobe fasst das Unternehmen vier Maßnahmen zusammen:

1. Die beschleunigte Abschaltung von Google+

2. Berechtigungen für Android werden jetzt in jeweils einem Fenster pro Berechtigung abgefragt. Damit sollen Nutzer die Möglichkeit haben, jede einzelne Berechtigung unter die Lupe zu nehmen. Google will damit den Blick der Nutzer dafür schärfen, was Apps auf ihrem Smartphone alles anstellen können.

3. Der Zugriff von Apps auf Gmail wird stark eingeschränkt. Ab sofort sollen nur noch Apps auf Gmail zugreifen können, wenn sie direkt etwas mit der Mailbox zu tun haben, also die Nutzung von Gmail selbst verbessern sollen.

4. Auch der Zugriff auf die Kontaktliste, SMS und Telefon wird eingeschränkt. Das bisherige System – in dem praktisch jede App diese Berechtigung abfragen konnte – wird jetzt so geändert, dass Nutzer eine Standard-App zum Telefonieren und SMS schreiben auswählen können. Allen anderen Apps werden diese Berechtigungen dann entzogen.

Interessant dürfte sein, ob und inwiefern sich die ständig weiterentwickelten Richtlinien auf dem Play Store auf WhatsApp auswirken werden. Zwar hatte der Messenger noch im Oktober 2018 angekündigt, eine verbesserte Partnerschaft mit Google Drive einzugehen. An der laufenden Debatte um den Messenger-Dienst im Rahmen der DSGVO ändert das allerdings wenig.

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