ClickFunnels sind eine neue Spielart des Online-Marketings und bauen auf das grobe Konzept von „Funnels“ oder „Sales Funnels“. Sie sehen sich dabei als Nachfolger des Content Marketings über klassische Webseiten und beanspruchen für sich, höhere Verkaufszahlen als jedes andere Marketing-Konzept im Netz zu erreichen. Das hat allerdings auch seine Schattenseiten.
Was sind ClickFunnels? Was sind Funnels?
ClickFunnels sind ein Marketing-Konzept, das der Feder des amerikanischen Gründers Russel Brunson entsprungen ist. Brunson ist weltweit bekannt für seine Expertise in der Werbung und hat sich laut eigener Aussage schon als Kind für die Psychologie des Werbens interessiert. Und wo ließe sich besser mit Werbepsychologie herumspielen als im Netz 2.0 mit seinen ständig neuen Ideen?
ClickFunnels – oder ganz allgemein Sales Funnels – sind übersetzt ein „Trichter“. Genau genommen sind sie ein Trichter, in den oben viele Menschen wandern und unten als Kunden herauskommen. Erreicht wird das über sehr gezieltes Marketing. Statt einer klassischen Webseite mit Unterseiten für Produkte und Dienstleistungen soll der Funnel einen Besucher von Anfang bis Ende durch die Seite „begleiten“ und zielgerichtet Informationen anzeigen, die zum Klick auf die nächste Seite führen, bis der Call to Action kommt. Oft handelt es sich dabei etwas um einen Newsletter, ein Webinar oder ein direktes Verkaufsangebot.
ClickFunnels: Zwischen Verleiten und Drängen
Dabei setzen ClickFunnels auf eine Vielzahl psychologischer Tricks, die zum Klicken animieren sollen. Pop-Ups sind eine bekannte Form davon, wobei diese in nicht wenigen Fällen durch Werbeblocker abgefangen werden. Countdown-Timer sind ein weiteres Werkzeug und werden auch im Telemarketing gerne eingesetzt. Falls Sie hin und wieder eine solche Sendung schauen, dürften Ihnen die Countdowns für Sonderangebote bestens bekannt sein. Der Anblick einer Uhr, die sich mit jeder Sekunde ihrem Ende nährt, löst einen starken mentalen Reflex aus. Im Englischen spricht man hier von FOMO, „fear of missing out“ – der Angst, etwas Wichtiges zu verpassen.
Darüber hinaus sind vollständig aufgesetzte Funnels häufig automatisiert. Ein Beispiel dafür wäre, dass sich Interessierte für ein Webinar anmelden sollen. Wenn ein Kunde respektive eine Kundin sich dieses Webinar jetzt nach der Anmeldung aber nicht ansieht, kann das Funnel-System nach einer Weile automatisierte Mails als Erinnerung herausschicken. Auch das etwas neuere Konzept des Split Testing ist ein beliebtes Werkzeug von Funnels. Dabei wird eine Webseite in unterschiedlichen Versionen aufgesetzt und Besuchern wird per Zufallsprinzip eine dieser Versionen angezeigt. Das System verfolgt dann, welche Alternative der Webseite die meisten Conversions für sich verbuchen kann – wie häufig also aus einem interessierten Besucher ein Kunde wird. Split Testing ist eine nicht unumstrittene Technik, die experimentell bisweilen auch im Journalismus eingesetzt wird und daher möglicherweise eine Rolle im Click Baiting spielt. Fest steht aber auch, dass sie ohne Zweifel funktioniert.
Die Marketing-Revolution?
Der Erfolg von ClickFunnels hat den Weg geebnet für zahllose Unternehmen weltweit, die an ihren ganz eigenen Funnel Buildern arbeiten und aus dem Funnel-Prinzip das meiste herauszuholen versuchen. Geradewegs verteufeln kann man das Konzept sicherlich nicht. Brunson ist durch seine ClickFunnels ein reicher Mann geworden und hat sich weltweit als Experte etabliert. Gleichzeitig sind ClickFunnels kein Allheilmittel und erst recht keine Magie, werden aber gerne als solche dargestellt. Das führt bisweilen zu misslungenen Marketing-Tricks wie Countdown-Timern, die nach Ablauf der Zeit einfach zurückgesetzt werden, und einem wahren Bombardement mit nervigen Pop-Ups. ClickFunnels begünstigen eine Art aggressiven und schlimmstenfalls unseriösen Marketings, die potenzielle Kunden abschrecken könnte. In erster Linie sind Funnels der Versuch, Besucher einer Landing Page möglichst schnell an den virtuellen Verkaufsschalter zu bringen.
Damit unterscheiden sie sich radikal von Konzepten des Content Marketings, die über einen längeren Zeitraum organisch Kunden anziehen und binden sollen. Das mag für große virtuelle Verkaufsstände funktionieren, insbesondere bei personalisierten Produktempfehlungen. Weil das Content Marketing ein digitaler Wilder Westen ist, hängt zielgerichteter, aggressiver Werbung allerdings bisweilen der Mief des Unseriösen an. Aus diesem Grund setzen wir seit der Gründung von Strategiepool darauf, eine solide Marketing-Grundlage über Blogs zu schaffen. Anstatt mit der Flüstertüte ein Angebot in die Welt zu schreien wird auf solchen Blogs ein Mehrwert für Besucher geschaffen. Sie dienen in erster Linie der Information und binden darüber hinaus langfristig Interessierte und potenzielle Kunden. Denn auch das kann Online-Marketing sein: Anstatt das eigene Tun wie ein „Geschäftsgeheimnis“ zu behandeln, können Einblicke und wertvolle Informationen Transparenz und Vertrauen schaffen. Davon profitieren letztendlich alle – Besucher und Betreiber einer Unternehmenswebseite.
Haben Sie Fragen zu Kundenbindung oder Kundengewinnung? Wir helfen gerne weiter – setzen Sie sich mit uns in Verbindung!
Nutzen Sie ClickFunnels für Ihr Geschäft? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Wir freuen uns über jeden Kommentar!






