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Face­book-Posts mode­rie­ren – aber wie?

Das sozia­le Netz lebt vom Aus­tausch und Dis­kus­sio­nen. Sozia­le Medi­en wie Face­book bie­ten dafür einen idea­len Nähr­bo­den. Längst haben Unter­neh­men erkannt, dass im Web 2.0 Mar­ke­ting viel mehr ist, als sich mit einem Mega­fon auf einen digi­ta­len Markt­platz zu stel­len und sei­ne Bot­schaft her­aus­zu­schrei­en. Das Blut in den Adern sozia­len Mar­ke­tings ist eben die Inter­ak­ti­on mit Besu­chern, das ‘Enga­ge­ment’. In unse­rem Post über Gewinn­spie­le auf Face­book sind wir bereits etwas dar­auf ein­ge­gan­gen, wie Sie Besu­cher anlo­cken und zum Mit­ma­chen moti­vie­ren kön­nen.

Lei­der geht es in den Kom­men­tar­spal­ten von sozia­len Medi­en bis­wei­len hoch her. Die Mischung aus Anony­mi­tät, Man­gel an Kon­se­quen­zen und die “Ent­mensch­li­chung” ande­rer Kom­men­ta­to­ren steigt so man­chem Besu­cher zu Kopf. Schnell sind Din­ge gesagt, die im Off­line-Leben deut­lich mehr Über­win­dung brau­chen wür­den.

Gene­rell wird seit eini­gen Jah­ren bemän­gelt, dass der Ton im Netz rau­er gewor­den ist. Der alte Grund­satz “erst den­ken, dann pos­ten” geht an so eini­gen Usern vor­bei. Grund­sätz­lich müs­sen Sie sich auf Ihrer Face­book-Sei­te nicht alles gefal­len las­sen. Wo Sie die Gren­ze zie­hen, ist letzt­end­lich Ihnen selbst über­las­sen. Dabei gilt der Grund­satz, dass Ihre Unter­neh­mens­sei­te wie ein Gebäu­de in Fir­men­ei­gen­tum ist – wer sich nicht an die Spiel­re­geln hält, wird raus­ge­wor­fen. In der Rea­li­tät ist es natür­lich nicht immer so ein­fach.

Kom­men­tar auf Face­book – löschen oder ste­hen las­sen?

Das Löschen von Kom­men­ta­ren in sozia­len Netz­wer­ken ist immer eine Grat­wan­de­rung und Abwä­gungs­sa­che. Für unser Bei­spiel kon­zen­trie­ren wir uns auf Face­book. Das liegt einer­seits dar­an, dass es mit über einer Mil­li­ar­de Nut­zern bei Wei­tem das größ­te Netz­werk sei­ner Art ist. Zum ande­ren ist die Mode­ra­ti­on der eige­nen Sei­te auf Face­book eine ver­gleichs­wei­se simp­le Ange­le­gen­heit. Dis­kus­si­ons­fä­den auf Twit­ter zum Bei­spiel sind ein ganz ande­res Biest, da Sie Kom­men­ta­re nicht direkt löschen kön­nen und Dis­kus­sio­nen ent­spre­chend schnell in einen Shit­s­torm aus­ar­ten.

Zurück zu Face­book. Es emp­fiehlt sich, für Ihr Unter­neh­men eine Unter­sei­te mit Spiel­re­geln auf­zu­set­zen. Regeln soll­ten Sie in einem Rah­men defi­nie­ren, der genug Spiel­raum für leb­haf­te Dis­kus­sio­nen lässt und gleich­zei­tig gro­bem Unfug den Rie­gel vor­schiebt. Wie eng Sie die­sen Rah­men set­zen möch­ten, ist letzt­end­lich Ihnen selbst über­las­sen. Ein Bei­spiel: Sie kön­nen nicht für jeden Kom­men­tar prü­fen, ob eine Aus­sa­ge der Wahr­heit ent­spricht. Mit einer Regel gegen “offen­sicht­li­che Gerüch­te” räu­men Sie sich aber zumin­dest das Recht ein, offen­sicht­li­chen Unsinn zu löschen. Belei­di­gung, Ver­un­glimp­fung ande­rer Besu­cher und anstö­ßi­ge Inhal­te gehö­ren eben­so wenig auf eine Face­book-Sei­te. Regeln gegen SPAM, Schmäh­kri­tik und Angrif­fe auf die Men­schen­wür­de ande­rer sind obli­ga­to­risch.

Shit­s­torms und der Strei­sand Effekt

Das deut­sche Recht exis­tiert auch im Inter­net. Aller­dings lie­gen in der Dis­kus­si­on häu­fig Fäl­le vor, wo nicht zwangs­wei­se gegen gel­ten­des Recht ver­sto­ßen wird. So ist die Sach­la­ge bei Volks­ver­het­zung, Mord­dro­hun­gen oder Ähn­li­chem noch rela­tiv ein­deu­tig. Das Dilem­ma der Mode­ra­ti­on tritt dann zuta­ge, wenn Kom­men­ta­re sub­ti­le Sti­che­lei­en ent­hal­ten, zwei­deu­tig sind oder plau­si­bel bestreit­bar als “so mein­te ich das nicht” ver­tei­digt wer­den kön­nen.

Für eine leb­haf­te Dis­kus­si­on ist außer­dem wich­tig, dass Sie die Axt nicht zu schnell anset­zen. Eine kon­tro­ver­se Mei­nung soll­te nicht zwangs­läu­fig von der Sei­te ver­bannt wer­den. Kri­tik ist nicht zwangs­läu­fig schmä­hend. Ins­be­son­de­re im zwei­ten Fall soll­ten Sie abwä­gen, ob ein kri­ti­scher Post gelöscht wer­den soll. Manch­mal ist es sinn­vol­ler, auf den ent­spre­chen­den Nut­zer öffent­lich ein­zu­ge­hen. Der Dis­kurs soll­te dabei von Respekt und Ver­ständ­nis geprägt sein. Das kann manch­mal her­aus­for­dernd sein, gera­de dann, wenn Men­schen aus einem Miss- oder Unver­ständ­nis her­aus kri­ti­sie­ren.

Gera­de in sol­chen Fäl­len nicht grob­klot­zig vor­ge­hen ist eine mar­kan­te Hür­de in der Mode­ra­ti­on von Face­book-Sei­ten. Mit­un­ter ris­kie­ren Sie andern­falls näm­lich einen sogen­an­ten Strei­sand-Effekt. Benannt ist er nach der Sän­ge­rin Bar­bra Strei­sand. Als eine Web­sei­te eine Rei­he von Tau­sen­den Luft­auf­nah­men ver­öf­fent­li­che, unter denen auch Strei­sands Vil­la zu sehen war, klag­te sie – erfolg­los. Der Ver­such, die bis dahin weit­ge­hend unbe­kann­te Auf­nah­me zu unter­drü­cken, gab ihr eine gro­ße Öffent­lich­keit und mach­te das Bild welt­weit bekannt. Ähn­li­che Effek­te kön­nen auch in sozia­len Netz­wer­ken auf­tre­ten, wenn Nut­zer das Gefühl haben, Infor­ma­tio­nen oder Kri­tik wer­den bewusst unter­drückt.

Für die Benut­zung der weit­rei­chen­den Mode­ra­ti­ons­tools stellt Face­book auf die­ser Sei­te eine umfas­sen­de Anlei­tung bereit. Beden­ken Sie jedoch im Kon­text des bis­her Gesag­ten, dass Funk­tio­nen wie der “Wort­fil­ter” mit Vor­sicht zu genie­ßen sind. Nichts ver­är­gert einen Mob im Inter­net mehr als das Gefühl, über Maß zen­siert zu wer­den.

Fazit

Wie weit Kom­men­ta­re auf Ihrer Unter­neh­mens­sei­te gehen dür­fen, hängt wahr­schein­lich von Ihrer Bran­che ab. Falls Sie bei­spiels­wei­se geschäft­lich viel mit dem Bereich Poli­tik zu tun haben, sind poli­ti­sche Dis­kus­sio­nen auf Ihrer Face­book-Sei­te unver­meid­bar. Auf der ande­ren Sei­te sind die Face­book-Posts eines Geschäfts für Tier­nah­rung für sol­che Dis­kus­sio­nen kein guter Nähr­bo­den. Mode­ra­ti­on im Inter­net ist eine Grat­wan­de­rung. Trotz­dem kön­nen Sie sich mit einem simp­len, klar for­mu­lier­ten Regel­werk eini­ger­ma­ßen gut wapp­nen.

Sie wol­len mehr auf Social Media aktiv wer­den, wis­sen aber nicht, wo Sie anfan­gen sol­len? Set­zen Sie sich mit uns in Ver­bin­dung!

Was sind Ihre Erfah­run­gen mit Unter­neh­mens­sei­ten auf Face­book? Wie immer freu­en wir uns über jeden Kom­men­tar!

Tags: Bewertungen, , Kommentar, Kritik, Moderation, Schmähkritik
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